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Arbeiten ruthenischer Flüchtlinge im Ersten Weltkrieg:

Stick- und Knüpfmusterstücke

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Objekte im Fokus
Die Ausstellung zeigt ein Konvolut von rund 500 kleinen bestickten und teilweise mit Glasperlen geknüpften Textilmusterstücken ruthenischer Frauen.
Das Spannende an den Stücken sind vor allem die Umstände, unter denen sie gefertigt wurden: Sie entstanden in Lagern für Flüchtlinge aus dem Osten der Habsburgermonarchie zu Beginn des Ersten Weltkriegs, und sie waren schon einmal in einer Ausstellung zu sehen. 1915 wurden sie im Rahmen der Propagandaschau „Die Kriegshilfe. Kunst, Gewerbe und Industrie im Dienst der Kriegshilfe“ gezeigt, mit der das k.k. Ministerium des Innern der Öffentlichkeit beweisen wollte, wie gut es sich der Flüchtlingsströme annehme.

Im Jahr 2014 geht es um eine Analyse der damaligen Präsentation, es geht um die Frage, warum die Herstellung von Handarbeiten dazu dienen konnte, die angeblich gute Versorgung der Flüchtlinge zu untermauern, und es geht nicht zuletzt darum, zu hinterfragen, weshalb sie als „ruthenisch“ bezeichnet wurden. In der Habsburgermonarchie verwendete man diesen Begriff nämlich als Sammelbezeichnung für alle Bevölkerungsgruppen, die eine ostslawische Sprache verwendeten. Die Musterstücke waren jedenfalls von Frauen aus Orten in Galizien, also aus der heutigen Ukraine und dem heutigen Polen, gefertigt worden. In wie weit die Ausstellung 1915 auch der Herstellung einer ruthenischen Identität dienen sollte und welche Rolle bei Ethnifizierungsprozessen allgemein textilen Arbeiten, vor allem Stickereien zukommt, auch das wird Thema der Ausstellung 2014 sein.

(Eine Kooperation des Volkskundemuseums, Wien, mit der University of Western Sydney, Australien)

Objekte im Fokus ist eine Ausstellungsreihe, die Einblicke in die Sammlungen des Volkskundemuseums ermöglicht und mit einer genauen Objektanalyse verbunden ist. In diesem Rahmen werden Sammlungsbestände aus den Depots des Museums gezeigt, die nicht durch Leihgaben ergänzt werden.


Pressematerialien

Pressebilder

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Kartonkarte mit aufgeklebten Stickereimustern ruthenischer Flüchtlinge, bezeichnet „Bezirk: Skole“ (heutige Ukraine ), aus der Ausstellung „Die Kriegshilfe“ des k.u.k. Innenministeriums 1915.
Foto: Christa Knott © ÖMV
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Kartonkarte mit aufgeklebten Stickereimustern ruthenischer Flüchtlinge, bezeichnet „Bezirk Towmatsch“ (heutige Ukraine), aus der Ausstellung „Die Kriegshilfe“ des k.u.k. Innenministeriums 1915.
Foto: Christa Knott © ÖMV
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Barackenlager Gmünd: Blick auf Kirche und Schule
© Österreichische Nationalbibliothek
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Kartonkarte mit aufgeklebten Stickereimustern ruthenischer Flüchtlinge, bezeichnet „Bezirk Horodenka“ (heutige Ukraine), aus der Ausstellung „Die Kriegshilfe“ des k.u.k. Innenministeriums 1915.
Foto: Christa Knott © ÖMV
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Kartonkarte mit Glasperlenarbeiten ruthenischer Flüchtlinge, bezeichnet „Glasperlenhandarbeiten (Gerdan)“, „Gerdan“ ist die Fachbezeichnung für Halsbänder in Perlarbeit (von Türkisch gerdan=Hals), aus der Ausstellung „Die Kriegshilfe“ des k.u.k. Innenministeriums 1915.
Foto: Christa Knott © ÖMV
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Barackenlager Gmünd: Verkauf der Stickereien © Stadtarchiv Gmünd
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Kartonkarte mit aufgeklebten Stickereimustern ruthenischer Flüchtlinge, bezeichnet „Bezirk Towmatsch“ (heutige Ukraine), aus der Ausstellung „Die Kriegshilfe“ des k.u.k. Innenministeriums 1915.
Foto: Christa Knott © ÖMV
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Plakat der Kriegshilfe-Ausstellung des k.k. Ministerium des Innern von 1915
© Österreichische Nationalbibliothek
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