Fischnetz "Schetta"


ÖMV/63.547
Rechteckiges, einwandiges Treibnetz aus dunkelbraun gefärbtem Hanfzwirn genetzt mit einer Höhe von ca. 460 cm und einer Breite von ca. 95 cm. Das obere Ende des Netztuches wird durch eine Führungsleine (Obersimm) abgeschlossen, auf die sechs Korken aufgefädelt sind und an die eine Halte- oder Befestigungsschnur angeknüpft ist. Die Maschenweite beträgt über die gesamte Höhe des Netzes gleichmäßig 2,5 cm. Das untere Ende des Netzes wird durch eine Führungsleine (Untersimm) abgeschlossen, die mit zehn halbrunden Bleikörpern besetzt ist.

An der Halteschnur ist ein von Antonio Irace mit "Schetta" beschriftetes Kartonetikett angebunden.

Laut Schuchardts Aufzeichnungen (Kladde 17.1.3.11.: 15) bestehen Schetta-Netze aus mehreren Netzstreifen, somit könnte es sich bei diesem Objekt um einen Teil eines großen Netzes oder um ein für Schuchardt zurechtgeschnittenes Muster handeln.

Treibnetze sind bewegliche Netztücher, die quer zur Strömung ausgeworfen werden, wobei ein Ende des Netzes an Bord des fischenden Bootes verbleibt. Man lässt den Netzkörper so lange im Wasser treiben, bis eine ausreichende Menge an Fischen in dessen Maschen gefangen ist (Krisch 1900: 153). Treibnetze können auch durch Verankerung oder Befestigung an Pfählen ausgelegt werden.

Die Beschaffung dieses Netzes steht in Zusammenhang mit Schuchardts Aufenthalt in Neapel im Oktober 1901. Auf einer Postkarte vom 26. Dezember 1901 kündigte Antonio Irace die Zusendung von vier Netzmustern mit den zugehörigen Etiketten an.
Nach dem Tod Schuchardts 1927 kam das Netz als Teil seines Nachlasses an die Universitätsbibliothek Graz und von dort 1959 als Schenkung an das Volkskundemuseum in Wien.
H: 460 cm
B: 95 bis 150 cm



Objektklasse
Hersteller/in
  • Unbekannt
Beitragende/r
Herkunft
Datierung
  • Ende 19. Jh.
Material
  • Hanfzwirn
  • Kork
  • Blei
Technik
  • gefärbt (Textil)
  • genetzt
  • geschnitten (Kork)
  • gegossen (Metall)
    Sammlung
    • Schuchardt, Hugo: Belegsammlung zur Sachwortforschung
    Objekt wird zitiert in
    Korrespondenz im Hugo-Schuchardt-Archiv:
    Postkarte von Antonio Irace an Hugo Schuchardt vom 26.12.1901 (Briefnummer 1-4930)
    Weiterführende Informationen
    Korrespondenz im Hugo-Schuchardt-Archiv:
    Brief von Pietro Spadaro an Hugo Schuchardt vom 08.05.1901 (Briefnummer 02-10732), S. 1, 23.

    Manuskripte im Hugo-Schuchardt-Nachlass der Universitätsbibliothek Graz, Sondersammlungen:
    Kladde Fischfang Italien "Fischerei Italien", Signatur 17.1.3.5., S. 58.
    Kladde Fischfang Italien "Palermo Trapani", Signatur 17.1.3.9., S. (24), S. 12 bzw. (25).
    Kladde Fischfang Italien "Catania", Signatur 17.1.3.11., S. 15.
    Mappe Fischfang Italien "12 Blatt Notizen", Signatur 17.1.3.17., 1 Blatt "nach Damianos Angaben aufgezeichnet".

    Literatur:
    Krisch, Anton. 1900. Fischerei im Adriatischen Meere mit besonderer Berücksichtigung der österreichisch-ungarischen Küsten. Wien, Pola: Carl Gerold's Sohn, S. 153.

    Folgende Materialien des Hugo-Schuchardt-Archivs (HSA) stehen in Bezug zu diesem Objekt:
    Antonio Irace
    Pietro Spadaro
    Irace | Schuchardt | 1901-12-26 (Briefnummer 1-4930)
    Spadaro | Schuchardt | 1901-05-08 (Briefnummer 02-10732)

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