Fischnetz "X"


ÖMV/63.550
Einwandiges Fischnetz aus dunkelbraun gefärbtem Leinenzwirn genetzt mit einer Höhe von ca. 300 cm und einer Breite von ca. 125 cm, das an drei Seiten mit einer zweifachen Führungsleine abgeschlossen ist. Eine der Führungsleinen am oberen Ende des Netzes (Obersimm) ist mit fünf scheibenförmigen Korken bestückt, wobei sich in der Mitte eine weitere angeknüpfte Leine befindet, an der nochmals ein Schwimmkorken befestigt ist. Eine der Führungsleinen des Untersimms ist mit halbkreisförmigen Bleikörpern besetzt. An der nicht eingefassten Seite sind zehn ca. 13 cm lange Fäden in gleichmäßigen Abständen am Netzrand angeknüpft. Das Netz ist in zwei Maschengrößen ausgeführt. Die Maschenweite des ca. 10 bis 15 cm breiten Maschenbandes (ital. fascia), das das innere Netz umgibt, beträgt 2 cm und ist aus starkem Zwirn, der großflächige innere Teil des Netzes ist mit 1,5 cm Maschenweite aus feinem Zwirn gefertigt.

In der Mitte des Obersimms ist ein Kartonetikett mit der Aufschrift "X" angebunden, vermutlich handelt es sich um Schuchardts Handschrift.

Dieser Netztyp konnte auf Basis vorliegender Informationen nicht eindeutig identifiziert werden. Das "X" auf dem Etikett lässt keinen Rückschluss auf einen Netznamen zu. Auffällig an diesem Netz sind die kurzen abstehenden Garnfäden an der Seite und das Maschenband (fascia) an allen vier Seiten des Netzes. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Teil eines größeren Netzes, das aus mehreren Netzstreifen zusammengefügt wird. Einwandige Fischnetze werden meist als Stell- oder Treibnetz eingesetzt. Aufgrund der Maschengröße könnte es sich um ein Netz zum Sardellenfang handeln.

Stell- oder Treibnetze bilden im Wasser durch fixe Befestigung, Verankerung bzw. das Treiben im Wasser eine senkrechte Netzwand, in der sich die Fische verfangen.

Die Beschaffung dieses Netzes steht vermutlich in Zusammenhang mit Schuchardts Reise nach Süditalien und Sizilien im Jahr 1901. Ort und Zeitpunkt des Erwerbs sind nicht bekannt.
Nach dem Tod Schuchardts 1927 kam das Fischnetz als Teil seines Nachlasses an die Universitätsbibliothek Graz und von dort 1959 als Schenkung an das Volkskundemuseum in Wien.
H: 300 cm
B: 125 cm



Objektklasse
Hersteller/in
  • Unbekannt
Beitragende/r
Herkunft
Datierung
  • Ende 19. Jh.
Material
  • Leinenzwirn
  • Kork
  • Blei
Technik
  • gefärbt (Textil)
  • genetzt
  • geschnitten (Kork)
  • gegossen (Metall)
    Sammlung
    • Schuchardt, Hugo: Belegsammlung zur Sachwortforschung
    Weiterführende Informationen
    Manuskripte im Hugo-Schuchardt-Nachlass der Universitätsbibliothek Graz, Sondersammlungen:
    Kladde Fischfang Italien "Palermo", Signatur 17.1.3.7., S. 10.
    Kladde Fischfang Italien "Palermo Trapani", Signatur 17.1.3.9., S. 37.
    Folgende Materialien des Hugo-Schuchardt-Archivs (HSA) stehen in Bezug zu diesem Objekt:
    Hugo Schuchardt

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