Fischnetz "Tramaglio"


ÖMV/63.557
Dreiwandiges Fischnetz aus dunkelbraun gefärbtem Hanfzwirn genetzt mit einer Höhe von ca. 160 cm und einer Breite von ca. 140 cm. Aufgrund der Netzgröße handelt es sich um einen Teil eines größeren Stückes. Das Netz wird am oberen Ende (Obersimm) durch eine Führungsleine abgeschlossen, auf der sechs Korken aufgefädelt sind. Das untere Ende (Untersimm) ist mit halbkreisförmigen Bleikörpern besetzt. Ober- und Unterleine werden an einer Seite des Netzes mittels einer angeknoteten Schnur verbunden. Die mittlere, innere Netzwand ist in feiner Maschenweite von 1,5 cm gefertigt und wird an beiden Seiten von Netzwänden mit einer Maschenweite von 12 cm umspannt.
Vergleichsstücke für dreiwandige Fischnetze sind die Netze ÖMV/63.558, ÖMV/63.561 bzw. ÖMV/63.570.

Zwei von Hugo Schuchardt beschriftete Kartonetiketten mit den Aufschriften "Palermo Tramaglio" sowie "Palermo Tramaglio (Nat.)" sind am Ober- und Untersimm angebunden.

"Tramaglio" ist die allgemeine Bezeichnung für ein Fischnetz, das aus zwei bis drei Netzwänden besteht und meist als Stellnetz eingesetzt wird. Die Netzwände sind so aufgebaut, dass das innere Netztuch größer ist als die außen liegenden, bei denen jeweils die Maschenöffnungen einander exakt gleichen und gegenüberliegen. Gelangt der Fisch in das Netz, so schwimmt er durch die erste großmaschige Wand in das innere Netz, das sich durch den Druck des Fischkörpers dehnt und ihn durch die nächste weite Masche der äußeren Netzwand drückt. Dadurch wird der Fisch im Netz verwickelt und kann nicht mehr entkommen.

Die Beschaffung dieses Netzes steht in Zusammenhang mit Schuchardts Aufenthalt in Palermo von April bis Mai 1901. In der Kladde "Fischerei Italien" ist ein Stück vom "Tramaglio" in einer Liste der erworbenen Netze und Fischereigeräte angeführt.
Nach dem Tod Schuchardts 1927 kam das Netz als Teil seines Nachlasses an die Universitätsbibliothek Graz und von dort 1959 als Schenkung an das Volkskundemuseum in Wien.
H: 160 cm
B: 140 cm



Objektklasse
Hersteller/in
  • Unbekannt
Beitragende/r
Herkunft
Datierung
  • Ende 19. Jh.
Material
  • Hanfzwirn
  • Kork
  • Blei
Technik
  • gefärbt (Textil)
  • genetzt
  • geschnitten (Kork)
  • gegossen (Metall)
    Sammlung
    • Schuchardt, Hugo: Belegsammlung zur Sachwortforschung
    Objekt wird zitiert in
    Manuskripte im Hugo-Schuchardt-Nachlass der Universitätsbibliothek Graz, Sondersammlungen:
    Kladde Fischfang Italien "Fischerei Italien", Signatur 17.1.3.5., S. 41.
    Weiterführende Informationen
    Korrespondenz im Hugo-Schuchardt-Archiv:
    Brief von Pietro Spadaro an Hugo Schuchardt vom 08.05.1901 (Briefnummer 02-10732), S. 20-21.

    Manuskripte im Hugo-Schuchardt-Nachlass der Universitätsbibliothek Graz, Sondersammlungen:
    Kladde Fischfang Italien "Palermo Trapani", Signatur 17.1.3.9., S. 3 bzw. (7), S. 4 bzw. (8).
    Mappe Fischfang Italien "12 Blatt Notizen", Signatur 17.1.3.17., 1 Doppelblatt mit Fischnetzbeschreibungen und Skizze, Blatt 1, Blatt 2.
    Folgende Materialien des Hugo-Schuchardt-Archivs (HSA) stehen in Bezug zu diesem Objekt:
    Hugo Schuchardt
    Pietro Spadaro
    Spadaro | Schuchardt | 1901-05-08 (Briefnummer 02-10732)

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