Fischnetz "Menaide"


ÖMV/63.560
Einwandiges Fischnetz aus dunkelbraun gefärbtem Garn bzw. Zwirn genetzt mit einer Höhe von ca. 95 cm und einer Breite von ca. 320 cm. Das Netz verläuft von der linksseitigen Spitze horizontal kegelförmig bzw. fällt am rechtsseitigen Ende des Netzfragmentes bis zu 190 cm breit glockig aus. Am spitzen Ende befindet sich ein dickes Seil, das in Schlaufen gelegt wurde und als Halterung für vertikale Leinen dient, die an Bojen befestigt werden. In die Schlaufe des Seils wurden die Fäden des Fischnetzes eingehängt und auf 95 cm weitend aus Hanf- oder Jutezwirn in Maschen von ca. 5,5 cm Weite genetzt. Danach folgt ein etwa 20 cm breiter Netzstreifen, der in starkem Garn und 4 cm weiten Maschen gefertigt ist. Der anschließende glockige, etwa 100 cm breite Teil ist aus feinem Hanf- oder Jutegarn in kleineren Maschen von 1 bis 1,5 cm gefertigt. Oben und unten an seinen Kanten befinden sich schmale Streifen, die aus hellen, dickeren Fäden genetzt wurden. Am Obersimm dieses Netzteiles sind sechs Korken aufgefädelt und an der Netzkante ist eine Zug- bzw. Halteschnur befestigt. Der Untersimm ist mit Bleigewichten versehen. Bei diesem Netz handelt es sich um ein Teilstück, das in seiner Breite durch weitere Netzstreifen ergänzt wird.

Am Fischnetz hängen zwei Kartonetiketten mit der Aufschrift "Menaide per Sarde e Accinghe con variazione di maglia secondo la grandezza del pesce", eines von Antonio Irace, das andere von Hugo Schuchardt beschriftet.

Bei der "Menaide" (Menaida) handelt es sich um ein gängiges Treibnetz, das vertikal im Wasser treibt, wobei es an den Enden an Bojen befestigt ist. Die Fische verfangen sich mit ihren Kiemen im Netz und können auf diese Weise nicht mehr entkommen. Aufgrund der kleinen Maschenweite und der Beschriftung am Etikett handelt es sich um ein Netz zum Fang von Sardellen und Anchovis.

Die Beschaffung dieses Netzes steht in Zusammenhang mit Schuchardts Aufenthalt in Neapel im Oktober 1901. In einer Postkarte vom 26. Dezember 1901 kündigte Antonio Irace die Zusendung von vier Netzmustern mit den zugehörigen Etiketten an.
Nach dem Tod Schuchardts 1927 kam das Netz als Teil seines Nachlasses an die Universitätsbibliothek Graz und von dort 1959 als Schenkung an das Volkskundemuseum in Wien.
B: 320 cm
H: 1 bis 190 cm



Objektklasse
Hersteller/in
  • Unbekannt
Beitragende/r
Herkunft
Datierung
  • Ende 19. Jh.
Material
  • Hanfgarn (?)
  • Jutegarn (?)
  • Hanfzwirn (?)
  • Jutezwirn (?)
  • Kork
  • Blei
Technik
  • gefärbt (Textil)
  • genetzt
  • geschnitten (Kork)
  • gegossen (Metall)
    Sammlung
    • Schuchardt, Hugo: Belegsammlung zur Sachwortforschung
    Objekt wird zitiert in
    Korrespondenz im Hugo-Schuchardt-Archiv:
    Postkarte von Antonio Irace an Hugo Schuchardt vom 26.12.1901 (Briefnummer 1-4930)
    Weiterführende Informationen
    Korrespondenz im Hugo-Schuchardt-Archiv:
    Brief von Pietro Spadaro an Hugo Schuchardt vom 08.05.1901 (Briefnummer 02-10732), S. 1, 26.

    Manuskripte im Hugo-Schuchardt-Nachlass der Universitätsbibliothek Graz, Sondersammlungen:
    Kladde Fischfang Italien "110 S.", Signatur 17.1.3.1., S. 71, S. 72.
    Kladde Fischfang Italien "Palermo", Signatur 17.1.3.7., S. 8.
    Kladde Fischfang Italien "Quaderno", Signatur 17.1.3.8., S. 3, S 5.
    Kladde Fischfang Italien "Catania", Signatur 17.1.3.11., S. 42.
    Kladde Fischfang Italien „Fischerei“, Signatur 17.1.3.13., S. 18-19.
    Kladde Fischfang Italien "palamita", Signatur 17.1.3.14., S. 13.
    Mappe Fischfang Italien "12 Blatt Notizen", Signatur 17.1.3.17., 1 Zeichnung von Antonio Irace.
    Mappe Fischfang Italien "12 Blatt Notizen", Signatur 17.1.3.17., 1 Blatt "nach Damianos Angaben aufgezeichnet".
    Folgende Materialien des Hugo-Schuchardt-Archivs (HSA) stehen in Bezug zu diesem Objekt:
    Antonio Irace
    Pietro Spadaro
    Irace | Schuchardt | 1901-12-26 (Briefnummer 1-4930)
    Spadaro | Schuchardt | 1901-05-08 (Briefnummer 02-10732)

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