Fischnetz "Tartarone"


ÖMV/63.568
Fischnetz-Modell in Form eines Schleppnetzes bestehend aus einem Netzsack und zwei Flügeln aus Leinenzwirn genetzt mit einer Länge von ca. 200 cm. Der schlauchartige, im Verhältnis zu den Flügeln beinahe gleich lange Netzsack ist an seinem Ende offen, wobei die Schnüre an diesem Netzteil dazu dienen, das Sackende während des Fischfangs zu verschließen. Zur Sacköffnung hin weitet sich das Netz nur wenig und geht in zwei schmale ca. 20 cm hohe Flügel über, die in Zug- bzw. Halteschlaufen enden. Ober- und Unterseiten der Flügel sind mit Führungsleinen versehen, an denen Korkschwimmer bzw. Bleigewichte angebracht sind. Die Maschenweite der Netzflügel beginnt an den Flügelspitzen mit ca. 6,5 cm und verringert sich gleichmäßig zur Sacköffnung hin auf 2 cm. Der Netzschlauch, über den die Fische entnommen werden, weist eine noch kleinere Maschenweite von 1,5 cm auf.

An beiden Halteschlaufen ist ein von Hugo Schuchardt mit "Palermo Tartarone (Mod.)" beschriftetes Kartonetikett angehängt.

Das Fischnetz "Tartarone" gehört zur Gattung der Schleppnetze. Laut Aufzeichnungen von Schuchardt in den Kladden "Fischerei Italien" und "Palermo Trapani" wird dieses Netz von Fischern an Land gezogen und entweder über die schmale Öffnung am Sackende oder über die weite Öffnung entleert.

Die Beschaffung dieses Netzes steht in Zusammenhang mit Schuchardts Aufenthalt in Palermo im April und Mai 1901. In der Kladde "Fischerei Italien" ist ein von Damiano Spadaro angefertigtes Modell "vom tartarone" in einer Liste der erworbenen Netze und Fischereigeräte angeführt. Pietro Spadaro bezeichnete das Netz in seinem Glossar vom 8. Mai 1901 als "Tartannone".
Nach dem Tod Schuchardts 1927 kam das Netz als Teil seines Nachlasses an die Universitätsbibliothek Graz und von dort 1959 als Schenkung an das Volkskundemuseum in Wien.
H: 20 cm
L: 200 cm



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Fischnetz "Tartarone" - Bild 1
Fischnetz "Tartarone" - Bild 1
Fischnetz "Tartarone" - Bild 2
Objektklasse
Hersteller/in
Beitragende/r
Herkunft
Datierung
  • 1901
Material
  • Leinenzwirn
  • Kork
  • Blei
Technik
  • genetzt
  • geschnitten (Kork)
  • gegossen (Metall)
    Sammlung
    • Schuchardt, Hugo: Belegsammlung zur Sachwortforschung
    Objekt wird zitiert in
    Manuskripte im Hugo-Schuchardt-Nachlass der Universitätsbibliothek Graz, Sondersammlungen:
    Kladde Fischfang Italien "Fischerei Italien", Signatur 17.1.3.5., S. 41.
    Weiterführende Informationen
    Korrespondenz im Hugo-Schuchardt-Archiv:
    Brief von Pietro Spadaro an Hugo Schuchardt vom 28.04.1901 (Briefnummer 01-10731)
    Brief von Pietro Spadaro an Hugo Schuchardt vom 08.05.1901 (Briefnummer 02-10732), S. 2, 29.
    Brief von Pietro Spadaro an Hugo Schuchardt vom 12.03.1902 (Briefnummer 03-10733)

    Manuskripte im Hugo-Schuchardt-Nachlass der Universitätsbibliothek Graz, Sondersammlungen:
    Kladde Fischfang allgemein: Entwürfe "Fischerei", Signatur 17.1.2.4., S. 38.
    Kladde Fischfang Italien "Fischerei Italien", Signatur 17.1.3.5., S. 49, S. 56.
    Kladde Fischfang Italien "Palermo", Signatur 17.1.3.7., S. 18.
    Kladde Fischfang Italien "Palermo Trapani", Signatur 17.1.3.9., S. 1 bzw. (3), S. (4), S. 2 bzw. (5), S. 14 bzw. (29), S. (30).
    Kladde Fischfang Italien "Catania", Signatur 17.1.3.11., S. 1, S. 39, S. 55, S. 56.
    Mappe Fischfang Italien "12 Blatt Notizen", Signatur 17.1.3.17., 1 Blatt "nach Damianos Angaben aufgezeichnet".

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