Generalversammlung Verein für Volkskunde

Fr, 08.04.2016, 17:00
Mit einem Gastvortrag von Klaus Schönberger/ Institut für Kulturanalyse – Alpen-Adria-Universität Klagenfurt: Kulturanalyse als Gesellschaftsanalyse. Zur Spezifik und Aktualität empirisch kulturwissenschaftlicher Arbeit
1. Begrüßung, Feststellung der Beschlussfähigkeit
2. Jahresbericht 2015 Verein / Museum
3. Kassenbericht 2015
4. Entlastung der Vereinsorgane
5. Neuwahl, Vorstellung der neuen KandidatInnen
6. Annahme der Wahl
7. Bestellung der neuen Mitglieder des Kuratoriums/Beirats/Ehrenpräsidentschaften
8. Festsetzung der Höhe des Mitgliedsbeitrages
9. Kurzpräsentationen der einzelnen Projekte und Vorhaben 2016 (durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums und Vereins für Volkskunde)
10. Allfälliges
Anträge zur Generalversammlung sind mindestens eine Woche vor dem Termin
der Generalversammlung beim Vorstand schriftlich einzureichen.

18.30 Uhr c.t. Vortrag zur Generalversammlung
Klaus Schönberger/ Institut für Kulturanalyse – Alpen-Adria-Universität Klagenfurt:
Kulturanalyse als Gesellschaftsanalyse. Zur Spezifik und Aktualität empirisch-kulturwissenschaftlicher Arbeit

Eine Kulturanalyse der Gegenwart steht vor der Aufgabe, einen weiten Kulturbegriff (selbst-) verständlich zu machen. Als historisch argumentierende Alltagswissenschaft analysiert die Europäische Ethnologie/Kulturanthropologie/Empirische Kulturwissenschaft volkskundlicher Provenienz ihren Untersuchungsgegenstand nicht nur als Text, Zeichen oder Werk, sondern versteht „Kultur” als in sozialen Kontexten gerahmt und soziale Kontexte per-formierend. Ein solches Kulturverständnis stellt ahistorischen und homogenisierenden Vorstellungen von „unserer Kultur” oder einem „schon immer” gegebenen „Volkstum” eine relationale Analyse gegenüber. Dieses Fachverständnis beinhaltet eine Perspektive als Wissenschaft des sozio-kulturellen Wandels und einen spezifischen Blick auf Kultur.
Hierbei wird Kultur als heuristisches Analyseinstrument konzipiert. Eine solche Verwendungsweise durchquert dichotome Gegenüberstellungen von Struktur und Handlung sowie Basis und Überbau, sie überwindet deterministisches Denken und erschöpft sich nicht in herrschaftsgeschichtlichen Chronologisierungen, Großerzählungen bzw. linearer Modernisierungstheorie. Eine solche Kulturanalyse überschreitet die eingeschränkte Perspektive einer oftmals noch heimat- und volkstümelnden Volkskunde. In Abgrenzung zu einem Verständnis von Kultur (vulgo „Tradition”, „Identität”, „Heimat” oder gar „Volkstum”) als Gefängnis und Container werde ich abschließend ein Konzept von „Contentious Cultural Heritage” diskutieren, das versucht Differenzen produktiv zu machen. Hierüber vermag eine relationale Kulturanalyse (auch im Sinne einer vergleichenden Europäischen Ethnologie etwa im Alpen-Adria-Raum) einen Beitrag zu einer (europäischen) Imagination beisteuern, in der Konflikte und Widersprüche selbstverständlicher Teil des Gemeinsamen sind und sein dürfen.
Volkskundemuseum Wien
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