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10.2. bis 10.4.2016

Vertriebene und Verbliebene erzählen. Tschechoslowakei 1937-1948

Ausstellung und Videoinstallation

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Die von Georg Traska kuratierte Ausstellung thematisiert die NS-Zeit in der Tschechoslowakei und die Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg. Lebensgeschichtliche Videointerviews, die in Österreich, Tschechien und der Slowakei geführt wurden, dokumentieren Erinnerungen an diese Geschichte bis in die Gegenwart. Als mitteleuropäische Kooperation kann die Ausstellung zeitgleich in Wien, Praha/ Prag und Bratislava/ Preßburg gezeigt werden.
Die 1918 entstandene Tschechoslowakei erbte von der Donaumonarchie die Konflikte der dort lebenden Volksgruppen. Der Nationalsozialismus radikalisierte den nationalen Anspruch als „rassische“ Vorherrschaft durch Annexion, Unterdrückung und Mord. Republikanische Bürgerschaft wurde durch „Volksgemeinschaft“ und damit verbundene ausschließende Begriffe ersetzt. Plötzlich konnte man nur noch „Deutscher“, „Tscheche“, „Jude“, „Magyar“ etc. sein.  Unmittelbar auf das Dritte Reich folgte die Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung aus der Tschechoslowakei, die abermals von Unrecht und Tod bestimmt wurde. Der Eiserne Vorhang vollendete die Trennung zwischen der vertriebenen und der zurückbleibenden Bevölkerung, und der Kommunismus verbot jede Diskussion über die Vertreibung und die dabei geschehenen Verbrechen.

40 Interviews zeichnen die historischen Vorgänge im Spiegel der individuellen Erfahrung nach: in Familie und Nachbarschaft, in ethnisch gemischten Städten und entlegenen Dörfern, in Frieden und Krieg, während Gefangenschaft, Deportation und Neubeginn. Eine besondere Rolle spielen InterviewpartnerInnen, die dem nationalen Entweder-Oder widersprechen: gemischte Paare, deutschsprachige Gegner des nationalsozialistischen Regimes, TschechInnen und SlowakInnen, die sich dem kommunistischen „antifaschistischen“ Narrativ der Vertreibung widersetzen, etc.

Die Ausstellung besteht aus 15 thematischen Video-Stationen. In jedem Themenkreis werden unterschiedliche biografische Perspektiven im Wechsel der Originalsprachen (mit Untertitelung in die jeweilige Landessprache) aufeinander bezogen. Die Video-Stationen arbeiten emotionale und kognitive Motive im Spannungsfeld von Biografie und Geschichte heraus. Sie handeln von Städten und Regionen im Wandlungsprozess von Entvölkerung und Neubesiedlung.

Diese Schau veröffentlicht Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Bringing Together Divided Memory. Czechoslovakia, National Socialism and the Expulsion of the German Speaking Population“. Es wurde mit Fördergeldern der Europäische Kommission, “Europa für Bürgerinnen und Bürger“, dem Zukunftsfonds der Republik Österreich, der Stadt Wien, dem Bundeskanzleramt und dem Bundesministerium für Bildung und Frauen ermöglicht.

Die Ausstellung wird von einem Kommunikations- und Veranstaltungsprogramm für Schulen, universitäre und andere Gruppen begleitet. InterviewpartnerInnen werden als ZeitzeugInnen eingebunden.

Kurator:
Georg Traska (Österreichische Akademie der Wissenschaften)
Kommunikation: Barbara Lipp, barbara.lipp@volkskundemuseum.at, M: +43 (0) 650 974 23 07

Kooperationspartner
Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte, Österreichische Akademie der Wissenschaften (Wien )
Institut für historische Intervention (Wien)
Antikomplex (Prag)
Antikomplex.sk (Banská Bystrica)

Gestaltung und Grafik: Matthias Klos.

Die Videoinstallation basiert auf dem Gestaltungskonzept von Thomas Hamann - entwickelt für die Ausstellung "Das Dreieck meiner Kindheit" (Projekt Herklotzgasse 21, Verein coobra).

Ausstellungsorte
Volkskundemuseum Wien
Neustädter Rathaus Prag, Karlovo nám. 1/23, 12800 Praha 2-Nové Mesto
Universitätsbibliothek Bratislava, Ventúrska 263/11, 81101 Bratislava - Staré Mesto

EINBLICK IN VIDEOPORTRAITS

SAALHEFT_ RAUMTEXTE

ZEITZEUGINNENGESPRÄCHE
Do, 18.2.2016, 18.30 Uhr: Volkskundemuseum Wien, Laudongasse 15-19, 1080 Wien
Details finden sie hier!

Do, 3.3.2016, 18.30 Uhr: Slowakisches Institut, Wipplingerstraße 24-26, 1010 Wien
Details finden sie hier!

Di, 8.3.2016, 18.30 Uhr: Tschechisches Zentrum Wien, Herrengasse 17, 1010 Wien
Details finden sie hier!

BUCHPRÄSENTATION, LESUNG UND GESPRÄCH
Di, 1.3.2016, 19.00 Uhr: Volkskundemuseum Wien
Alfred Goubran: Das letzte Journal. Roman
Einleitende Worte: Stefan Gmünder (Der Standard/ALBUM)
Lesung: Alfred Goubran
Gespräch: Alfred Goubran, Stefan Gmünder, Georg Traska (Kurator der Ausstellung)
Die Präsentation findet im Rahmen dieser Ausstellung statt, da ein wichtiger Teil des Romans vom sogenannten Prager Aufstand 1945 handelt.
www.braumüller.at

FILMVORFÜHRUNG: GRENZGÄNGE
Do, 7.4.2016, 19.00 Uhr: Volkskundemuseum Wien
Wolftraud de Concini Schreiber ist eine Grenzgängerin. Die Publizistin lebt seit vielen Jahren in der Region Trentino/Südtirol (Italien), geboren ist sie allerdings in Böhmen, einer Gegend, aus der nach dem 2. Weltkrieg viele deutschsprachige Tschechen vertrieben bzw. ausgesiedelt wurden – auch die damals fünfjährige Wolftraud, samt Eltern und Geschwister. 2015 kehrte sie als Stadtschreiberin der Kulturhauptstadt Pilsen nach Westböhmen zurück. Die TV-Dokumentation begleitet Wolftraud de Concini Schreiber auf ihrer Spurensuche nach den verschwundenen Dörfern an der Grenze.
Wolftraud de Concini Schreiber wird persönlich bei der Filmpräsentation im Volkskundemuseum anwesend sein und steht dem Publikum für Fragen zur Verfügung.

Pressematerialien

Pressebilder

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1

Das ehemalige Wohnhaus der Familie Aubin in Liberec/Reichenberg, Interview 2015, (c) Georg Traska
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Fotos von Prievoz/Oberufer im Album von Josef Derx, Interview 2015,(c)Georg Traska
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Historischer Familienfilm von Eva Morton, ca. 1938, (c) Familie Morton
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Jirí Prokop im Interview 2015, (c) Georg Traska
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Vera Krejcová im Interview 2015, (c) Georg Traska
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Horst Kaller und die Pendeluhr seiner Großeltern, 2015, (c) Georg Traska
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Johanna Gehrlich liest aus dem Tagebuch ihrer Mutter, Interview 2015, (C) Georg Traska
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Johanna und Vladimír Gehrlich im Interview 2015,(c) Georg Traska
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Eleonore Schönborn im Interview 2015, (c) Georg Traska
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Julius Bruckner im Interview 2015, (c) Georg Traska
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Lothar Knessl in der Brünner Wohnung, späte 1930er Jahre, (c) Lothar Knessl
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Familie Derx in Prievoz/Oberufer, Anfang der 1930er Jahre, (c) Familie Derx
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Ablehnung der Loyalitätsbescheinigung durch den Zentralen Nationalausschuss der Landeshauptstadt Brünn, Bezirksamt I, Brünn, Kobližná 4
An Volfová Eva, Brünn, Wurmova 16
Nr: 1766/1975/1948 ob.r.l AVNF
Brünn, am 25. September 1948
Der ausführende Ausschuss der Nationalen Front im Bezirksamt I in Brünn beschloss bei der Versammlung am 6. September 1948 Ihnen keine Loyalitätsbescheinigung auszustellen, weil bei der Untersuchung Ihrer Wohnumgebung festgestellt wurde, dass Sie kein positives Verhältnis zu volksdemokratischen Einrichtungen unseres Staates haben. (c) Georg Traska
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Schulklasse von Josef Derx zu Beginn der NS-Zeit in Bratislava/Pressburg,(c)Familie Derx
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Schauspiel als Teil des Klavierunterrichts, Brno/Brünn Mitte der 1930er Jahre, (c) Lothar Knessl
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Lothar Knessl im Interview 2014, (c) Georg Traska
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Österreichisches Museum
für Volkskunde
Gartenpalais Schönborn
Laudongasse 15-19, 1080 Wien

T: +43 1 406 89 05
F: +43 1 408 53 42
E: office@volkskundemuseum.at
W: www.volkskundemuseum.at

Dienstag - Sonntag 10-17 Uhr
Montag geschlossen
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Schließtage:
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1. Mai, 1. November,
25. Dezember

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Was ist los im Muesum?

Filmclub der Ethnocineca

"Maniq - the last foreagers"

iCalDo, 30.03.2017, 19:00
Khaled Hakami | Österreich 2016 | 26 Min. | Original ohne UT
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11.4., 12.4., 13.4.2017

Osterferienspiel

Ostersnack selbst gemacht - Nur für Kinder!

iCalDi, 11.04.2017, 10:00 – 13:00
Färbe Eier mit Naturmaterialien und backe einen Osterkranz. Zwischendurch entdeckst du 100-jährige Ostereier und hilfst bei der Suche nach dem Osterhasen im Garten!
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11.4., 12.4., 13.4.2017

Osterferienspiel

Ostersnack selbst gemacht - Nur für Kinder!

iCalMi, 12.04.2017, 10:00 – 13:00
Färbe Eier mit Naturmaterialien und backe einen Osterkranz. Zwischendurch entdeckst du 100-jährige Ostereier und hilfst bei der Suche nach dem Osterhasen im Garten!
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11.4., 12.4., 13.4.2017

Osterferienspiel

Ostersnack selbst gemacht - Nur für Kinder!

iCalDo, 13.04.2017, 10:00 – 13:00
Färbe Eier mit Naturmaterialien und backe einen Osterkranz. Zwischendurch entdeckst du 100-jährige Ostereier und hilfst bei der Suche nach dem Osterhasen im Garten!
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Dinner im Palais

Backstageführung und Kulinarik

iCalDo, 20.04.2017, 18:00
Auf unserem Rundgang durch das Gartenpalais Schönborn gelangen wir vom Kräutergarten in den Wirtschaftstrakt des kleinen barocken Schlosses. Über die ehemalige Küche und den Herdraum geht es in die Beletage. Im Anschluss lassen die TeilnehmerInnen bei einem mehrgängigen Menü im Museumscafé bluem den Abend ausklingen.
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Eröffnung der Edelmost-Freiluftsaison


iCalDi, 25.04.2017 – 18:00
Am 25. April wird im Museumshof zum ersten Mal in diesem Jahr „rausg’streckt is’“ hinausposaunt. Das „r“ hat schon seine Richtigkeit, denn beim urbanen Mostheurigen wird eben nicht „ausg’steckt“, sondern „rausg’streckt“. – Das sind halt die feinen Unterschiede zwischen Stadt und Land.
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Vortrag

Ute Holfelder: "Böse Handyfilme"? Überlegungen zum kreativen Mediengebrauch in der Jugendkultur

iCalMi, 26.04.2017, 18:00
Handyfilme von Jugendlichen haben auch heute noch einen zweifelhaften Ruf. Vorfälle, in denen Handykameras bei Gewalthandlungen oder im Zusammenhang mit Pornografie eine Rolle spielen, sorgen regelmäßig für Schlagzeilen und halten die Debatte über jugendliche Handynutzung in Gang.
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Unterwegs mit dem Verein

Obstbaumblüte im Mostviertel

iCalDo, 27.04.2017, 08:30 – 19:00
Zwei Tage nach der Eröffnung der Freiluftsaison geht es in die niederösterreichische Stadt Haag. Neben dem Besuch des dortigen Mostviertelmuseums steht eine Betriebsbesichtigung und eine Obstmostverkostung bei der Familie Hiebl aka Hansbauer auf dem Programm.
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