Gartenpalais Schönborn


Seit 1917 befindet sich das Österreichische Museum für Volkskunde im Gartenpalais Schönborn.

Reichsvizekanzler Friedrich Karl Graf Schönborn hatte in den Jahren 1708 bis 1713 dieses Lustschloss von Johann Lukas von Hildebrandt errichten lassen. Als Vorgängerbau wird eine Art Weinbauernhaus aus der Spätrenaissance, das 1683 im Zuge der Türkenbelagerung beschädigt worden war, vermutet. Das Palais gilt als das erste große Bauwerk Hildebrandts in Wien und neben dem Belvedere als eines der wenigen, das äußerlich kaum verändert wurde.
Der Reichsvizekanzler Schönborn führte ein großes, herrschaftlich eingerichtetes Haus und besaß eine bedeutende Gemäldesammlung. Der architektonisch reich gestaltete Garten mit Arkadenwand, Grottenpavillon und einem Komödienparterre, hatte eine größere Ausdehnung als der heutige Schönbornpark und war Schauplatz glanzvoller Feste.

1729 wurde Graf Schönborn zum Bischof von Bamberg und Fürstbischof von Würzburg ernannt und verließ 1734 Wien. Die Erben hatten kein Interesse an diesem Besitz, vermieteten ihn über hundert Jahre lang und verkauften ihn schließlich in desolatem Zustand 1862 an die Gemeinde Wien.

Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude auf unterschiedlichste Art genutzt. Es diente als Theater, als Gasthaus, als Bierhalle für Couleurstudenten, als Turnsaal, beherbergte eine Sargtischlerei, eine Fassbinderwerkstätte, das Oberlandesgericht, die Oberstaatsanwaltschaft, das Deutschmeisterschützenkorps, die Städtische Straßenreinigung und von 1872 bis 1897 die Hochschule für Bodenkultur.

1917 wurde das Palais dem Verein für Volkskunde überlassen, 1920 konnte das Museum hier seine Schausammlungen eröffnen.

Seit der Einrichtung des Museums 1917 gab es zwei Renovierungsphasen: In den 1950er Jahren konnten aufgrund der Nachkriegsverhältnisse nur bescheidene Maßnahmen in der Renovierung gesetzt werden. 1982 startete eine umfassendere Generalsanierung der Schauräume, Depots und Werkstätten. Diese umfasste auch den Einbau von Zentralheizung und Sicherheitseinrichtungen, die Auslagerung von Beständen in externe Depots und diverse weitere dringende Maßnahmen.

1994 konnte die neue Schausammlung in für damalige Verhältnisse großzügiger, moderner Form eingerichtet werden.

Gegenwärtig benötigt das Gebäude dringende Sanierungsschritte. Diese betreffen sowohl Denkmalschutzaufgaben (u.a. Gebäudemauern, Hausdach) als auch strukturelle Maßnahmen mit Signalwirkung. Inhaltlicher Paradigmenwechsel der Museumsarbeit soll auch äußerlich sichtbar sein.

Presseberichterstattungen zur aktuellen Sanierungsdebatte sowie zur Zusammenführung Museum für Völkerkunde - Museum für Volkskunde

Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15-19, 1080 Wien

T: +43 1 406 89 05
F: +43 1 408 53 42
E: office@volkskundemuseum.at
W: www.volkskundemuseum.at

Dienstag - Sonntag 10-17 Uhr
Montag geschlossen
außer an Feiertagen
24. und 31. Dezember 10-15 Uhr

Schließtage:
1. Jänner, Ostersonntag,
1. Mai, 1. November,
25. Dezember

Preise 2016

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Erreichbarkeit

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