Die unbekannten Europäer

Fr, 26.10.2007 – So, 23.03.2008
Eine fotografische Reise von Kurt Kaindl mit Texten von Karl-Markus Gauß 26. Oktober 2007 bis 23. März 2008 Eröffnung: Donnerstag, 25. Oktober 2007, 19 Uhr
Der für seine sensiblen und genauen Bilder bekannte Photograph und Medienwissenschaftler Kurt Kaindl hat auf mehreren Reisen zusammen mit Karl Markus Gauß Orte und Menschen besucht, die gewöhnlich außerhalb öffentlicher Wahrnehmung liegen. Eine Auswahl der dabei entstandenen Photos wird in dieser Ausstellung zu sehen sein. Kaindls Bilder und Gauß' Texte öffnen dem Betrachter behutsam den Blick für das Wesen europäischer Minderheiten und legen in Fotos und Texten ein leises, aber starkes und überzeugendes Plädoyer für das unbekannte Europa - jenseits von Maastricht und Brüssel - vor.

Inmitten des Kontinents gibt es sie - die unbekannten europäischen Nationalitäten. Man muss sie nur entdecken wollen. Eine fesselnde Fotoausstellung zeigt sie uns: Arbëreshe, Aromunen, Assyrer, Roma von Svinia (Degesi), Gottscheer, Memeldeutsche, Schwarzmeerdeutsche, Sepharden, Sorben, Tartaren, Zimbern und Zipser.

Die Fotos zeigen ein Europa, in dem sich Identitäten zu behaupten suchen und dabei täglich kulturelle Grenzüberschreitungen praktizieren.

Seit 2002 wurden die Fotoarbeiten über diese Minderheiten in zahlreichen kleinen Ausstellungen gezeigt und in zwei Bildbänden publiziert. Drei Essaybände widmen sich ihrer Geschichte.

Die Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde vereint erstmals
12 Volksgruppen in einer großen Schau.

Kurt Kaindl
1954 in Gmunden geboren, Studium der Germanistik und Publizistik in Salzburg, parallel dazu Ausbildung als Fotograf am Salzburg College, 1981 Gründungsmitglied der Galerie Fotohof, seit 1975 Fotoausstellungen eigener Arbeiten. Lehraufträge zur Geschichte und Theorie der Pressefotografie an den Universitäten Salzburg, München, Bamberg, Eichstätt und der "Georgia State University" in Atlanta. Diverse Publikationen zur österreichischen Fotogeschichte. Eigene Bildbände: "Innergebirg. Wege in die Tauern" (1986, gemeinsam mit Heinz Cibulka, Text von Harald Waitzbauer), "Wurzmühle. Industriearchäologie aus dem oberen Waldviertel" (1994, Text von Harald Waitzbauer) und "Abfischen" (1997, Text von Hans Eichhorn). Herausgeber der Edition Fotohof im Otto Müller Verlag. Lebt als Fotograf und freier Medienwissenschaftler in Salzburg.

Karl-Markus Gauß
wurde 1954 in Salzburg geboren, wo er als Autor und Herausgeber der Zeitschrift "Literatur und Kritik" lebt. 2001 veröffentlichte er unter dem Titel "Die sterbenden Europäer" im Zsolnay-Verlag ein Buch über die Reisen zu den unbekannten Völkern Europas. Zuletzt erschien von ihm das Journal "Mit mir, ohne mich".

Begleitprogramm

Donnerstag, 6. Dezember 2007, 18 Uhr
Die sterbenden Europäer - Die Arbëreshe von Kalabrien
Filmabend
Pilotfilm von Wolfgang Niedermair zu einer geplanten Verfilmung des Buch- und Ausstellungsprojektes. Im Anschluss an die Filmvorführung besteht die Möglichkeit des Gespräches mit den Autoren über die unterschiedliche mediale Darstellung der "sterbenden Europäer" in Literatur, Fotografie und Film.

Donnerstag, 17. Jänner 2008, 18 Uhr
Ethnische Minderheiten in Europa zwischen Identitätsbewahrung und Assimiliation
Vortrag von DDr. Thede Kahl
Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15-19, 1080 Wien

T: +43 1 406 89 05
F: +43 1 408 53 42
E: office@volkskundemuseum.at
W: www.volkskundemuseum.at

Dienstag - Sonntag 10-17 Uhr
Montag geschlossen
außer an Feiertagen
24. und 31. Dezember 10-15 Uhr

Schließtage:
1. Jänner, Ostersonntag,
1. Mai, 1. November,
25. Dezember

BesucherInneninformation und Preise

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