Eröffnung: Di, 17.9.2019, 19 Uhr

Schulgespräche

Junge Muslim*innen in Wien

Mi, 18.09.2019 – So, 02.02.2020
: Schule im Gespräch: Junge MuslimInnen in Wien © Georg Traska (IKT/ÖAW)
Was alles bedeutet, Muslim*in zu sein, für österreichische Jugendliche? Wie leben muslimische und nicht-muslimische Jugendliche im Schulalltag zusammen? Wie wird der Islam, neben anderen Konfessionen, praktiziert oder nicht praktiziert? Welche Rolle spielen überhaupt Religion und Bekenntnis in der Schule? Wie wirken sich Elemente islamischer Lehre im Rahmen der verschiedenen Fächer aus?
Die Ausstellung zeigt eine Videoinstallation, die das umfangreiche Videomaterial des Forschungs- und Ausstellungsprojekts „Junge Muslim*innen in Österreich. Eine sozialanthropologisch-kulturwissenschaftliche Forschung an Wiener Schulen“ thematisch verarbeitet:
 
In den Massenmedien, den Aussagen von Politikerinnen und Politikern und anderen öffentlich wirkenden Personen herrschen Stereotype und Vorurteile über Muslim*innen sowie „den Islam“ vor, überwiegend geäußert von Nicht-Muslim*innen. Dem gegenüber bleiben die Stimmen von Muslim*innen in der Öffentlichkeit leise, und die soziokulturelle Vielfalt muslimischen Lebens ist weitgehend unbekannt. Die Spannung zwischen Selbstwahrnehmungen von Muslim*innen und problematisierenden bis hin zu offen abwertenden Fremdzuschreibungen hat sich im Verlauf der letzten 15 Jahre in der gesamten „westlichen Welt“ zu einer politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kluft vertieft, die ein friedliches und produktives Zusammenleben gefährdet.
 
Gegenüber der Instrumentalisierung und Polarisierung der Themen „Islam“ und „Muslime“ im medialen und politischen Diskurs entdecken und analysieren Georg Traska und Valeria Heuberger gemeinsam mit SchülerInnen ab der 6. Klasse AHS, aber auch mit Lehrer*innen und Direktoren die tatsächliche Vielfalt der in der Schule sich abzeichnenden Lebenswelten und sozialen Verhältnisse. Die Schüler*innen diskutieren Positionen und Eindrücke von gesellschaftlichen Vorgängen und artikulieren ihre Haltungen und Gefühle. Indem die Projektmitarbeiter*innen in diesem Prozess Methoden der Sozialanthropologie und Kulturwissenschaften vermitteln, werden die beteiligten Schüler*innen zu Forschenden und Beforschten.
 
Der diskursive Raum der Schule und seiner Mitglieder wird durch Videoaufzeichnungen in unterschiedlichen Gesprächs- und Interviewsettings dargestellt: Schüler*innen interviewen Schüler*innen anderer Klassen und Schulen. Einzel- und Gruppeninterview werden von den leitenden Wissenschafter*innen geführt. Lehrer*innen verschiedener Fächer leiten Diskussionen in ihrem Unterricht und sprechen untereinander über ihre Sichtweise des Sozialraums Schule und die Herausforderungen in ihren Disziplinen. Direktoren und Vertreter*innen der Schulbehörden formulieren ihre Perspektiven.

Aus dem umfangreichen Videomaterial wurden 15 Themen herausgefiltert, die als Kurzfilme die Struktur der Ausstellung bilden. Die Kurzfilme befassen sich mit spezifisch muslimischen Themen wie dem Kopftuch, Ramadan, der religiösen Praxis in der Schule; mit Islamischem Religionsunterricht und den Besonderheiten einer islamisch-konfessionellen Schule; aber auch mit Schulkultur in einer weiteren Perspektive und mit den weichen Übergängen zwischen kulturellen, ethnischen und religiösen Zuschreibungen. Sie wechseln zwischen Perspektiven der Schüler*innen und denen der Lehrenden und Schulverantwortlichen, zwischen religiös praktizierenden und agnostischen Positionen. Der Wechsel zwischen muslimischen und nicht-muslimischen Sprecher*innen kann deutlich, aber auch unerkennbar sein. Die Kurzfilme zeigen ausschließlich die Beteiligten des Sozialraums Schule als Sprechende – in ihrer ganzen Vielfalt und Diversität. Kontextualisiert werden die Filme durch Kurztexte im Ausstellungsraum.

Die Ausstellung wendet sich im Besonderen an Schüler*innen – ab der 3. Sekundarstufe – und an Lehrende, sowie an alle, die mehr über das Leben österreichischer Muslim*innen erfahren wollen.

Zum Projekt

„Junge Muslim*innen in Österreich. Eine sozialanthropologisch-kulturwissenschaftliche Forschung an Wiener Schulen“ wurde für das Programm Sparkling Science konzipiert, das die Zusammenarbeit von wissenschaftlicher Forschung und Schule fördert. Georg Traska und Valeria Heuberger gestalten das Projekt als Kooperation des Instituts für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte sowie des Instituts für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Seit November 2017 arbeiten sie mit vier Wiener Schulen zusammen: dem BRG/ORG 15. Henriettenplatz, dem Islamischen Realgymnasium in Wien 15. Rauchfangkehrergasse, dem GRG 10. Ettenreichgasse und dem Abendgymnasium 21. Brünnerstraße.

Projektleiter: Georg Traska
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Valeria Heuberger


               
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