Wir denken Museum

Und machen ein institutionelles Zwischenjahr

2020 nehmen wir uns Zeit zum Diskutieren über das Sammeln und Sammlungen im 21. Jahrhundert, über ein Museum der Zukunft und zum Ausprobieren neuer Formate. Wir fragen nach materiellen und immateriellen Ressourcen und wie diese – etwa in thematischen wie methodischen Neuorientierungen – am besten eingesetzt werden können.
Forschen, Entwickeln, Konservieren, Reflektieren. Diese wesentlichen Aspekte des musealen Denkens und Arbeitens kommen im alltäglichen Strudel oft zu kurz. Wir jagen von einer Ausstellung zur nächsten Veranstaltung, geschweige denn, dass wir dabei ausreichend finanziert wären – hier muss wiederholt auf die Verantwortung der Kulturpolitik hingewiesen werden. Wir haben in den letzten Jahren gezeigt, was sich trotz knapper Mittel mit Engagement und Kreativität bewerkstelligen lässt. Nun schaffen wir uns mit einem Zwischenjahr Freiräume für das, was zu kurz kommt.  Wir werden manches reduzieren, um uns auf anderes zu konzentrieren.

Wie wollen wir denken und arbeiten?
 
Welche Rollen spielen Sammlungen überhaupt? Der Bildungsauftrag der Museen einerseits und die stark eingeschränkten Ressourcen qualitativer Sammlungsentwicklung andererseits stellen die Frage nach der Verteilung und Ausrichtung von Budgets. Hier sind die EigentümerInnen gefragt. Das sind wir alle als Gesellschaft.
 
Wir möchten über Sammlungen Beziehungsarbeit leisten. Diese Beziehungsarbeit mit den NutzerInnen ermöglicht wechselseitige Lernprozesse und gibt uns die Chance, Sammlungen als Gemeingut zu verstehen. Damit verbunden sind kulturpolitische Botschaften, die auf der Ebene der Museen wirksam werden sollen.

Das setzt wiederum veränderte Organisationsstrukturen in Museen voraus, in denen Wissen verhandelt werden kann, wo Experimente scheitern dürfen, wo Vielstimmigkeit und kritisches Potenzial Auswirkungen auf Arbeitsprozesse und Sammlungen haben. Um Beziehungen nach außen aufzubauen, müssen wir im Inneren eine Sphäre des Lernens, Kreierens und des Diskutierens schaffen. So entstehen Orte des Austausches.

Was machen wir 2020?
 
Wir werden vertieft mit unseren Sammlungen arbeiten. Wichtig sind uns Digitalisierung, Online-Präsenz, Commons, Tiefenrecherche und die Weiterentwicklung inhaltlicher Perspektiven. Wir planen Fortbildungsaktivitäten und Best-Practice-Recherchen in anderen Museen. Unter dem Titel VKMW21 erkunden wir in einem kuratierten Projekt die Potentiale und Grenzen unserer Sammlungen und arbeiten an der strategischen und thematischen Weiterentwicklung des Hauses.

Dafür zeigen wir 2020 keine Sonderausstellungen. Vorübergehend können wir damit das Defizit an zentral notwendigen Ressourcen kompensieren. Auch die Österreichische Zeitschrift für Volkskunde (ÖZV) erfährt eine Bündelung: 2020 veröffentlichen wir nur ein Heft. Ab 2021 erscheinen wieder zwei Hefte, regelmäßig im Frühjahr und im Herbst. Anfragen zu Objektabgaben und Leihgaben werden 2020 nicht angenommen, wissenschaftliche Anfragen und Reproduktionsanfragen nur in Ausnahmefällen.
 
Was ist los im Museum?
 
Mit dem Zwischenjahr öffnen wir Perspektiven und Räume. Es werden auch 2020 einige interessante Kooperationsprojekte bei uns einziehen und viele Veranstaltungen stattfinden. Vermittlungsprogramme nutzen die Schausammlung, um Forschungsaktivitäten transparent zu vermitteln: Die Küsten Österreichs, die Provenienzforschung im Museum und das Soja-Forschungsprojekt stehen jeweils in engem Bezug zur Schausammlung und zeigen deren Potenziale und Grenzen auf.

Wir lassen Sie teilhaben an unseren Prozessen und Erfahrungen im Zwischenjahr. Web und Social Media werden unsere erweiterten Ausstellungräume. #wirsindüberall – folgen Sie uns!

#wirfragen

Wir stellen in unserem Zwischenjahr viele Fragen an uns. Und wir sammeln Fragen zur Gegenwart, zu Gesellschaft, Kultur und Alltag. Welche Frage beschäftigt dich 2020? Welche Frage ist dir wichtig? Welche Frage muss 2020 gestellt werden? Wir sammeln auf Instagram @wirfragen_ und unseren anderen Social Media Kanälen (So funktioniert es). Weitersagen und weiterfragen!

Zu den laufenden Projekten

VKMW21. Re/Visionen: Ein kuratierter Zukunftsprozess des Volkskundemuseum Wien

Dust and Data. The Art of Curating in the Age of Aritificial Intelligence
Archiv-Blog iABGESTAUBT

Soja. Wissen – Gesellschaft – Stadt
Provenienzforschung

#wirsindüberall
#museumszwischenjahr
#soweitdasbudgetreicht
#sammlungsspaß
#museumsmut
#museumlife
#wirfragen
Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15–19, 1080 Wien

T: +43 1 406 89 05
F: +43 1 408 53 42
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Öffnungszeiten

Museum:
Di bis So, 10.00 bis 17.00 Uhr
Bibliothek:
Nach Voranmeldung

Hildebrandt Café:
Di und So, 10.00 bis 18.00 Uhr
Mi bis Sa, 10.00 bis 23.00 Uhr

Mostothek:
Di, ab 17.00 Uhr
August geschlossen


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